Teil II – Vom Großfeld in die Sporthalle

Erstellt von am 03.03.2019

Es waren die altbewährten Kräfte aus den 20er und 30er Jahren, die den Handballsport in Rückmarsdorf nach dem verheerenden und verlustreichen Zweiten Weltkrieg wiederbelebten. Die Turner und Handballer gründeten 1946 die SG Rückmarsdorf, für die sie fortan ihre Punktspiele bestritten.

Und nicht nur der Sportsgeist wurde wieder zum Leben erweckt, auch freundschaftliche Bande zu befreundeten Vereinen konnten wieder gepflegt werden. 1925 war erstmals eine Rückmarsdorfer Delegation zu Gast bei den Handballern aus Lauscha gewesen. Aus dem Besuch hatte sich schnell eine tiefe Freundschaft zwischen den Sportlern entwickelt, die auch der Krieg nicht zu trennen vermochte. Bereits 1951 besuchten Mitglieder beider Vereine sich wieder gegenseitig und diese Verbindung sollte über Generationen bestehen.

Der sportliche Neubeginn in der Nachkriegszeit aber gestaltete sich zunächst schwierig, doch bald schon profitierten die Vereine von der Förderung des Sports durch die Politik der DDR. Sportstätten wurden wiederhergerichtet oder neu geschaffen, so auch der Sportplatz in Rückmarsdorf. Mit dem infrastrukturellen Aufschwung blühte auch das Vereinsleben auf. Bis zu 400 Zuschauer feuerten an manch einem Spieltag ganze neun Rückmarsdorfer Handballteams an.

Wie eng sportlicher Erfolg und die dafür notwendigen äußeren Begebenheiten miteinander verknüpft sind, musste die SG Rückmarsdorf ab 1970 erfahren. Der Handballsport vollzog einen großen Entwicklungsschritt und wurde fortan nicht mehr auf dem Großfeld, sondern in der Sporthalle gespielt. Bis heute fehlt in Rückmarsdorf trotz größter Bemühungen eine eigene Halle, in der Handball gespielt werden kann.

Obwohl der Spiel- und Trainingsbetrieb auswärtig stattfinden musste und muss, blieb die SG Rückmarsdorf auf Bezirksebene ein angesehener Verein. Seine Leistungsfähigkeit konnte immer wieder und insbesondere durch die eigene Jugendarbeit aufrecht gehalten werden. So trugen die Rückmarsdorfer Handballer stets ihren Teil zum Gemeinwohl bei, in dem zahlreiche Kinder und Jugendliche für den Sport begeistert werden konnten.

Mit dem steigenden finanziellen und organisatorischen Aufwand, der rund um die mitgliederstarke Sektion der SG entstand, wurde auch eine konzentrierte Arbeit rund um den Handballsport notwendig. So strebten die Handballer aus Rückmarsdorf ihre Eigenständigkeit an, um sich fortan intensiv um die spezifischen Belange ihres Sports kümmern zu können. 1994 wurde daher die HSG Rückmarsdorf gegründet, die bis heute erfolgreich am Spielgeschehen in Leipzig, Sachsen und sogar darüber hinaus teilnimmt.

Unser 3. Teil steht unter dem Thema „Handball-Prominenz aus Rückmarsdorf“

Verfasst von Sonja Hoffstätter